Zusatzstoffe: Alles unbedenklich?

Zusatzstoffe in Lebensmitteln haben keinen guten Ruf. Einige stehen unter Verdacht, nicht ganz unbedenklich zu sein. Wo sollte man besser aufpassen?

In fast jedem verarbeiteten Lebensmittel sind sie zu finden — Zusatzstoffe, oft gleich eine ganze Liste davon. Sie werden zugesetzt, um Lebensmittel länger haltbar zu machen, die Konsistenz zu verbessern, sie schöner aussehen zu lassen oder den Genusswert zu steigern. Über 300 sind derzeit im Einsatz. Nur ca. die Hälfte der zugelassenen Stoffe werden als unbedenklich eingestuft. Einige sind eher harmlos oder sogar positiv für den Körper, andere besser mit Vorsicht zu genießen. Sie stehen im Verdacht, Allergien auszulösen und Krankheiten zu begünstigen.

 

Was ist E?

Das E steht für in Europa zugelassene Stoffe. Die darauffolgende Zahl bezeichnet den genauen Stoff. Ob der jeweilige Name des Zusatzstoffs ausgeschrieben wird oder als Abkürzung auf der Verpackung erscheint, entscheidet der Hersteller selbst. Das führt dazu, dass harmlos und natürlich klingende Namen wie „Zitronensäure“ oft benannt sind, für bedrohlich Klingendes wie „Borsäure“ kommt die Nummer zum Einsatz.

 

Welche Zusatzstoffe gibt es?

  • Antioxidationsmittel: sorgen für eine längere Haltbarkeit
  • Emulgatoren: verbinden Stoffe, die nicht miteinander mischbar sind, z. B. Öl und Wasser
  • Farbstoffe: färben Lebensmittel
  • Verdickungsmittel: sorgen für eine cremige Konsistenz
  • Geschmacksverstärker: peppen den Geschmack auf
  • Konservierungsstoffe: hemmen Mikroorganismen und verlängern die Haltbarkeit
  • Zuckeraustauschstoffe: werden als Zuckerersatz verwendet

 

Welche gelten als bedenklich?

Verbraucherschützer raten vor allem von dem Verzehr folgender Zusatzstoffe ab.

Tipp: Wer sich vornimmt, jedes Produkt im Supermarkt darauf zu prüfen, wird bald an seine Grenzen stoßen. Verschiedene Apps können hier helfen.

 

Bedenkliche Zusatzstoffe

  • Farbstoffe: E102, E104, E110, E122, E123, E124a, E127, E129, E142 und E155.
  • Konservierungsstoffe: E284 (Borsäure) und E285 (Natriumtetraborat, Borsäure).
  • Antioxidations- und Säuerungsmittel: E385 bindet Mineralstoffe, sodass Kalzium und Magnesium für unseren Körper nicht mehr zur Verfügung stehen.
  • Verdickungs- und Feuchthaltemittel: E425 (Konjak) verhindert die Aufnahme wichtiger Nährstoffe.
  • Säuerungsmitteln: E512 führt zu einem metallischen Beigeschmack und nicht nur das, es kann sogar zu Übelkeit und Erbrechen führen.
  • Süßstoffe: E999 ist ein Schaummittel aus der Rinde des Quillaja-Baumes und sollte vorsichtig dosiert werden.
  • Lösemittel und Konservierungsstoff: E1520.

 

Auf www.zusatzstoffe-online.de kann man Genaueres zu jedem einzelnen Zusatzstoff nachlesen.

 

Ist Bio frei von Zusatzstoffen?

Nein, aber laut EG-Öko-Verordnung sind viel weniger erlaubt. Rund 50 Lebensmittelzusatzstoffe (bei konventionellen Produkten über 300) kommen bei Bioprodukten zum Einsatz. Farbstoffe, künstliche Aromastoffe, Süßstoffe, Stabilisatoren und Geschmacksverstärker sind komplett verboten.

 

Was kannst du grundsätzlich tun?

Iss einfach so viel wie möglich unverarbeitete und frische Lebensmittel. Die sind nämlich zusatzstofffrei. Bei allen anderen Produkten lohnt sich ein Blick auf die Verpackung. Als generelle Faustregel gilt: je kürzer die Zutatenliste, desto besser!

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