Wie du deine Zähne gesund hältst

Das Alter geht auch an den Zähnen nicht spurlos vorüber. Und wer einen Zahn verliert, verliert meist auch ein Stück Lebensqualität. Doch gründlich gepflegt, kannst du deine eigenen Zähne bis ins hohe Alter erhalten.

Die Zahnpflege wird in jungen Jahren oft vernachlässigt und Zähne werden als selbstverständlich wahrgenommen. Doch das rächt sich später. Denn wenn Zähne einmal beschädigt oder ausgefallen sind, wachsen sie nicht wieder nach. Ein Zahnersatz in Form von Prothese oder Implantat ist dann häufig unvermeidbar.

So weit muss man es aber gar nicht erst kommen lassen, denn Zähne fallen nicht einfach so aus - der genetische Faktor spielt eine eher geringe Rolle. Auch das Alter ist nicht alleine schuld. Zwar sind Zähne, Kiefer und Zahnfleisch über die Jahrzehnte einem gewissen Verschleiß ausgesetzt, vielmehr sind aber Belagsbildungen (Plaque) auf Zunge und Zähnen verantwortlich für 80 Prozent aller Beschwerden. In manchen Fällen lösen aber auch andere körperliche oder seelische Erkrankungen Zahnbeschwerden aus. Andersrum können kranke Zähne den Körper schwer schädigen.

Durch die richtige Pflege auch - oder gerade - im Alter kannst du deine Zähne jedoch noch lange gesund halten. Das ist nicht nur gut für das Selbstbewusstsein und ein schönes Lächeln, sondern genauso wichtig für problemloses Kauen und Sprechen.

 

Das kannst du tun:

Die drei Säulen der Zahngesundheit sind Mundhygiene, Ernährung und der regelmäßige Zahnarztbesuch. Wer diese Punkte verinnerlicht, kann sich noch lange an schönen, gesunden Zähnen erfreuen.

 

1. Sag der Plaque den Kampf an

Karies und Parodontitis (auch Parodontose) sind die Erzfeinde von Zähnen und Zahnfleisch. Gerade Wurzelkaries tritt bei Älteren häufig auf. Karieskeime greifen den Zahnschmelz an und führen zu Löchern. Noch tückischer ist die Parodontitis, bei der Bakterien am Zahnfleischrand für zunächst unauffällige Entzündungen sorgen. Die Symptome wie Rötungen, Schwellungen und Blutungen werden meist ignoriert. Langfristig wird durch die Parodontitis aber der ganze Zahnhalteapparat angegriffen und es kann zu Zahnverlust kommen. Durch sie entstehen auch die „langen Zähne", indem das Zahnfleisch immer weiter zerstört wird und die Zahnhälse zum Vorschein kommen.

Die beste Waffe gegen gefährliche Plaque ist die Zahnbürste. Es gilt: Sanft, aber gründlich, zweimal täglich mit einer weichen bis mittelharten Bürste putzen. Zusätzlich sollten einmal täglich Zahnseide oder spezielle Zahnzwischenraumbürsten zum Einsatz kommen, denn die Zwischenräume sind besonders anfällig für Beläge.

Das Fluorid, das als Allheilmittel gegen Karies fungiert, indem es den Zahnschmelz härtet, ist mittlerweile umstritten. Die Fluoridierung durch fluoridhaltige Zahnpasta oder direkt durch den Zahnarzt soll nach neuesten Erkenntnissen weniger wirksam sein, als gedacht, und außerdem, so behaupten Fluoridgegner, sogar äußerst schädlich für den Körper. Richtig ist, dass natürliches Fluorid bereits durch Lebensmittel wie Walnüsse, Eier, Käse oder Pilze aufgenommen wird.

 

2. Vorsicht vor Süßem und Saurem

Eine zahngesunde Ernährung ist in jedem Fall der effektivste Weg, damit Zahnprobleme erst gar nicht auftreten. Dass Zucker die Zähne schädigt, weiß wohl jedes Kind. Genauso zerstörerisch sind aber auch Säuren. Cola und Cornflakes sind also gleichermaßen schlecht wie Essig, Weißwein oder Orangensaft - zumindest für die Zähne. Und auch kohlenhydratreiche Nahrung ist mit Vorsicht zu genießen, weil die Kariesbakterien Kohlenhydrate in Säuren umwandeln.

Besonders tückisch sind flüssige und klebrige Lebensmittel, weil sie die Zähne bis in den kleinsten Winkel umspülen und lange an ihnen haften. Es empfiehlt sich, nach jedem Essen den Mund mit Wasser auszuspülen. Zähneputzen ist erst nach 30-60 Minuten sinnvoll, vorher kann es sogar schaden.

Viel trinken, am besten Wasser oder Tee, ist auch für die Zahngesundheit gut. Es spült Essensreste weg und regt die Produktion von reinigendem Speichel an. Zur Anregung hilft auch Kaugummikauen (natürlich zuckerfrei) und generell kauintensive Nahrung. Breiige Nahrung, die gerade Ältere oft bevorzugen, ist deshalb weniger gut und lässt zusätzlich die Kiefermuskeln erschlaffen. Rauchen ist ebenfalls schädlich für die Zähne und kann den Verlust von Zahnimplantaten begünstigen.

 

3. Vorsorge ist besser als Nachsorge

Unerlässlich für gesunde Zähne ist der regelmäßige Zahnarztbesuch. Mindestens zweimal, besser viermal im Jahr, denn reife Zähne sind anfälliger für Zahnbelag. Ganz wichtig: Nicht erst bei Schmerzen zum Zahnarzt gehen! Nutze lieber die Vorsorge und erspar dir dadurch unangenehme Behandlungen.

Zusätzlich kannst du deinen Zähnen regelmäßig eine Professionelle Zahnreinigung (PZR) gönnen, denn der Zahnarzt hat noch ganz andere Reinigungsmöglichkeiten als du zuhause. Die PZR ist eine Privatleistung, viele Krankenkassen bezuschussen die Behandlung jedoch freiwillig. Frag am besten bei deiner Krankenkasse nach.

 

4. Keine Zähne - keine Zahnprobleme?

Auch wenn diese Auffassung zunächst plausibel erscheint, ist das Gegenteil der Fall. Je weniger Zähne, desto problematischer. Denn man braucht sie nicht nur, um Prothesen zu verankern, sondern auch um problemlos sprechen und essen zu können. Selbst wenn nur ein Zahn fehlt, beginnt sich der Kieferknochen zurückzubilden, was zu folgenschweren Deformierungen führen kann. Deshalb ist es wichtig, jeden Zahn zu erhalten oder ihn im Falle des Verlustes durch Krone, Prothese oder Implantat zu ersetzen. Die ästhetischste, angenehmste und langlebigste Lösung ist das Implantat.

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