Gesunde Ernährung für unsere Kinder

Ob im TV, auf Plakaten oder auch unterwegs locken Kioske, Pommesbuden und Co mit immer neuen Kinderlebensmitteln und -gerichten. Die bunte Werbewelt weiß, wie sie die Kleinsten in Ihren Bann zieht. Auch zu Hause wird dann schnell mal eine Pizza in den Ofen geschoben. Dabei ist eine kindgerechte und ausgewogene Ernährung der Grundstein eines gesunden und aktiven Lebens!

Während 1990 noch 10% der Kinder und Jugendlichen als übergewichtig galten, lag der Wert bei der ersten großangelegten Untersuchung zur Kinder- und Jugendgesundheit (Kiggs) von 2003 bis 2006 schon bei 15%. Auch die Folgebefragungen zeigen: Etwa jedes siebte der Mädchen und Jungen im Alter von 3 bis 17 Jahren leidet an Übergewicht.

Doch nicht nur die Zahl der übergewichtigen Kinder ist angestiegen, auch das Ausmaß des Übergewichts selbst hat zugenommen: Der Anteil der Kinder, die als adipös gelten, hat sich verdoppelt. So leiden 6% der Kinder unter Adipositas (Fettleibigkeit) einer chronischen Ernährungs- und Stoffwechselkrankheit mit einer übermäßigen Ansammlung von Fettgewebe. Adipositas kann somit als eine schwere Form des Übergewichts gesehen werden. Ob es sich „nur“ um Übergewicht oder schon um Adipositas handelt, kann anhand des BMI (Body Mass Index) festgestellt werden. Nach Kriterien der WHO gilt ein BMI ab 25kg/m² als übergewichtig und ein BMI ab 30 kg/m²  als adipös. Der BMI ist dabei nur ein erster Indikator. Vor allem bei Kindern muss neben dem BMI auch noch das Alter und das Geschlecht beachtet werden, da es in der Entwicklung alters- und geschlechtsbezogene Besonderheiten  des Körperfetts gibt, die der BMI nicht berücksichtigt. Ebenso wird beim BMI nicht die Körperzusammensetzung berücksichtigt, so dass ein muskulöses Kind einen höheren BMI-Wert haben kann, ohne dass dies gesundheitlich bedenklich wäre. Weitere Methoden zur Klärung des Fettanteils im Körper sind beispielsweise die Dicke verschiedener Hautfalten zu messen oder eine Körperfettanalyse durchzuführen, wobei auch diese Möglichkeiten nicht ganz genau sind.

 

Ursachen

Zu Übergewicht kommt es durch eine lange unausgeglichene Energiebilanz: Es wird mehr Energie durch Essen und Trinken zu sich genommen, als der Körper verbraucht. Der wachsende Medienkonsum von Kindern führt vor Fernseher oder Computer zu einem bewegungsarmen Alltag. Ein weiteres Problem ist oft eine ungesunde Ernährungsweise. Mit „Schuld“ daran sind sicher die gerade bei Kindern populären Schnellrestaurants und Imbisse sowie Fertiggerichte die eine einfache und schnelle Mahlzeit versprechen, aber das auf Kosten der Nährwerte. Sodass die Ernährung von Kindern in den letzten Jahren zunehmend fett- und zuckerreicher ist. In vielen Familien wird kaum noch selbst und frisch gekocht und selten zusammen gegessen. Auch Aktivitäten mit der ganzen Familie wie Wandern, Fahrradausflüge oder ähnliches haben abgenommen.

Für Übergewicht ist jedoch nicht allein die Lebensweise verantwortlich: Forscher schätzen, dass der BMI 40-70% genetisch bedingt ist. Ob ein Kind die Veranlagung zum Übergewicht geerbt hat, lässt sich aber nicht vor einem Alter von drei Jahren sagen, da Kinder in dieser Zeit meist etwas pummeliger sind. Je länger Kinder übergewichtig sind,  desto schwieriger ist es, vorhandenes Übergewicht loszuwerden und die Wahrscheinlichkeit, dass sie auch als Erwachsene übergewichtig sein werden steigt.

 

Folgen

Anhaltendes Übergewicht stellt ein hohes Risiko für Folgekrankheiten dar: So wird der Körper durch Übergewicht stark belastet und es kommt zur Schädigung der Gelenke, der Wirbelsäule, der Sehnen und der Füße. Außerdem kann es zu Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Problemen und Stoffwechselstörungen (wie bspw. Typ-2-Diabetes) kommen. Ebenso beeinträchtigt durch das Übergewicht ist die Lungenfunktion, was eine vermindertes Lungenvolumen und eine reduzierte Sauerstoffsättigung des Blutes bedeutet. Als Folge davon kann es zu Schlafstörungen und zur Störungen der Lern- und Gedächtnisfunktionen kommen. Übergewichtige Kinder sind auch einem größeren Verletzungsrisiko ausgesetzt, da ihre Beweglichkeit und Reaktionsfähigkeit eingeschränkt sind.

Neben den körperlichen Auswirkungen des Übergewichts leiden die Kinder aber besonders unter den psychischen Folgen: Von anderen Kindern werden sie oft gehänselt und sozial ausgegrenzt.. Als Ersatz für die fehlenden Freunde flüchten sie vermehrt in die Onlinewelt. wodurch sich der Bewegungsmangel vergrößert. Einige Kinder sehen Essen als Trost, wie zur Kompensation bei Stress oder neigen zu emotionalem Essen und geraten so in einen regelrechten Teufelskreis. Die Minderwertigkeitsgefühle, geprägt von Schuld- und Schamgefühlen, bis hin zum Selbsthass bleiben oft lange und tief verankert.

 

Therapiemöglichkeiten

Die besten Maßnahmen gegen Übergewicht sind ausreichend Bewegung und eine gesunde Ernährung. Durch körperliche Aktivität wird der Stoffwechsel angeregt, die Fettmasse wird reduziert und die Muskelmasse steigt. Außerdem stärkt Sport das Selbstvertrauen der Kinder; baut Stress ab und zügelt den Appetit. Wichtig ist vor allem, eine Sportart zu finden, die den Kindern Spaß macht und möglichst gelenkschonend ist, wie beispielsweise Schwimmen oder Radfahren.

Eine Ernährungsumstellung zu einer ausgewogenen und gesunden Ernährung bringt langfriste Abnehmerfolge. Außerdem sollten Kinder bewusst essen, also nicht nebenbei beim Fernsehen oder Computerspielen. Auch sollte mindestens eine Mahlzeit am Tag mit der gesamten Familie eingenommen werden. Da übergewichtige Kinder oft ein vermindertes Selbstbewusstsein haben, ist es besonders wichtig, ihre Psyche zu stärken. Man sollte sie umfassend unterstützen und schon für kleine Erfolge im Kampf gegen das Übergewicht loben, sowie mit Kritik sensibel umgehen.

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