Back to the roots!

Von Anbeginn der Menschheit wurden Pflanzen als Heilmittel genutzt. Ab dem Mittelalter sorgten gerade die Klostergärten dafür, dass das Wissen, um heilende Pflanzen nicht verloren ging. Dort wurde die Kräuterkunde gepflegt, weiterentwickelt und für die Nachwelt festgehalten. Eine wichtige Rolle in der Geschichte der Heilkräuter spielte die Heilige Hildegard von Bingen. Ihr sollen Visionen widerfahren sein, in denen sie die Heilkraft von Pflanzen, Steinen oder Lebensmitteln erkannte. Dieses Wissen schrieb Hildegard von Bingen nieder und legte damit den Grundstein für eine neue Volksheilkunde.

Durch die Entstehung der Pharmazie und die Entdeckung heilender pharmakologischer Wirkstoffe im 18. und 19. Jahrhundert wurde die Nutzung von Kräutern zur Heilung verdrängt und das Wissen um ihre Heilkräfte geriet mehr und mehr in Vergessenheit. Heute jedoch liegt die Pflanzenheilkunde als alternative Medizin wieder voll im Trend. Besonders reizvoll dabei: Man muss kein studierter Mediziner sein, um sich mit den Heilkräften der Kräuter auseinandersetzen zu können. Belesen sollte man sich dennoch. So gibt es mögliche Wechselwirkungen, wie bei Verwendung von Johanniskraut und der Einnahme der Pille und natürlich gibt es auch toxische Pflanzen.


Selfmade Apotheke

Hat man sich seinen eigenen kleinen Kräutergarten auf dem Balkon oder vor dem Haus angelegt, kann man sich direkt aus der natürlichen Apotheke bedienen. Im Frühjahr, Sommer und Herbst geht das prima in Form von frischen Pflanzen(-teilen). Um auch im Winter nicht auf die alternative Medizin verzichten zu müssen, empfiehlt es sich, die Heilkräuter haltbar zu machen. Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten. Beispielsweise kann man die heilenden Bestandteile der Pflanze in Öl einlegen oder trocknen. Auch die Herstellung von Salben, Tinkturen und Tees ist kein Teufelswerk. Die Techniken dafür sind durchaus für Laien anwendbar. Zunächst gilt es jedoch, sich mit den Wirkungen der jeweiligen Heilkräuter vertraut zu machen.

Die Aneignung des Wissens um sämtliche Heilpflanzen und ihre Wirkungen ist ein langes Unterfangen, weshalb man sich behutsam vorarbeiten sollte. Für den Anfang reichen zehn bis fünfzehn Heilkräuter völlig aus. Kennt man diese Gewächse, ihre Heilkräfte und Anwendungsmöglichkeiten allmählich im Schlaf, kann man sich Schritt für Schritt mit immer neuen Kräutern vertraut machen.

  • Ackerschachtelhalm (Sprossen)
    hilft bei Nierenentzündungen, Blasenentzündungen, Inkontinenz, Gelenkschmerzen, Arthrose, Rheuma, Gicht, Husten, Durchblutungsstörungen, Juckreiz
  • Baldrian (Wurzel, vereinzelt auch die Blätter)
    Angstzustände, Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Migräne, nervöse Unruhezustände, nervöser Magen, Stress, Blähungen, leichte Magen- und Darmbeschwerden, Harnbeschwerden, Beschwerden in der Menopause
  • Basilikum (Blätter)
    Gelenkschmerzen, Arthritis, Ekzeme, leichte Verdauungsbeschwerden, grippale Infekte, Migräne
  • Brennnessel (komplette Pflanze)
    Harnwegsentzündungen, Harnleitungsstörungen, Nierengrieß, Prostatavergrößerung, Reizblase, Gicht, Rheuma, Nesselsucht, Hautjucken, Störungen und Beschwerden der Galle
  • Dill (Samen, Blätter)
    Verdauungsbeschwerden (u.a. Blähungen), Beschwerden des Milchflusses bei Müttern, Appetitlosigkeit, Sodbrennen (v.a. bei Reflux-Ösophagitis), Schlaflosigkeit, Hämorrhoiden, Kopfläuse
  • Echte Kamille (Blüten, Blätter)
    Angina tonsillaris (unterstützend), Blähungen, diverse Entzündungen der Haut, Erkältungen bzw. grippale Infekte, Hämorrhoiden, Magenkrämpfe, Magenschleimhautreizung, Magen- und Darmentzündungen, Nasenschleimhautentzündung, Reizdarm, Rachenentzündung, Zahnfleischentzündungen und Zahnfleischreizungen, Zahnschmerzen
  • Fenchel (komplette Pflanze)
    Erkältungen bzw. grippale Infekte, festsitzender Husten, Blähungen, Völlegefühl, Appetitlosigkeit, Magenkrämpfe, Durchfall
  • Gänseblümchen (Blüten, Blätter)
    antibakteriell, antifungizid (gegen Pilze), fettsenkend, cholesterinsenkend, antioxidativ, blutstillend (antihämorrhagisch)
  • Hirtentäschel (Samen, Kraut)
    Nasenbluten, kleinere Hautverletzungen, gynäkologische Beschwerden, harntreibend, blutreinigend, schmerzlindernd, Rheuma, Bluthochdruck, geringer Blutdruck
  • Johanniskraut (Blätter, Blüten, Triebe)
    Stress, leichte Depressionen, nervöse Unruhezustände, Wundbehandlung, Schwellungen, Gicht, Gastritis
  • Lavendel (Blätter, Blüten)
    nervöse Unruhezustände, leichte Depressionen, Schlaflosigkeit, als leichtes Beruhigungsmittel
  • Oregano (Blätter, Blüten)
    antibakteriell, verdauungsfördernd, appetitanregend, pilzhemmend, teilweise antiviral
  • Pfefferminze (Blätter)
    Magenschmerzen, Verdauungsbeschwerden, Spannungskopfschmerzen, Galle- und Leberbeschwerden, leichte Erkältungsbeschwerden, Durchfall, Übelkeit
  • Rosmarin (Blätter, Blüten)
    muskelbedingte Schmerzen, rheumatische Beschwerden, Durchblutungsstörungen, leichte Hauterkrankungen
  • Salbei (Blätter)
    Erkältung bzw. grippale Infekte, Rachenentzündung, Mundschleimhautentzündung, Zahnfleischentzündungen, Bronchitis, Keuchhusten, Rheuma, leichte Depressionen, Hyperhidrose (krankhaftes Schwitzen), Abstillen in der Stillzeit, leichte Verdauungsbeschwerden, Wundheilung